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Geschichte

Die Pratt & Whitney Canada PT6 (militärische Bezeichnung Pratt & Whitney Canada T74) ist ein Wellentriebwerk des kanadischen Flugtriebwerkherstellers Pratt & Whitney Canada. Es wird sowohl für die Verwendung mit Luftschrauben Turboprop (PT6A) als auch für den Antrieb von Hubschraubern (PT6B, C und T) hergestellt. Die PT6 ist wirtschaftlich außerordentlich erfolgreich. Die Großserienfertigung begann 1964 und bis heute (5/2007) wurden fast 43.500 dieser Triebwerke in 88 Versionen (davon 65 PT6A) hergestellt. Davon tragen die Turboprop Versionen mit kleiner Leistung die Kennung A-11 bis A-36 bzw. A-110 bis A-135, die mittlerer Leistung A-40 bis A-45R und die hoher Leistung A-60 bis A-68.

Die ersten Prototypen liefen im November 1959 auf dem Prüfstand. Erste Flugversuche begannen im Mai 1961 mit einer Beech 18, bei der das Triebwerk im Rumpfbug der Maschine eingebaut war. Im Juli 1961 wurde ein militärisches T74 Hubschraubertriebwerk in einer Hiller Ten99 erstmals erprobt. Die Zulassung für die zivile Luftfahrt wurde 1963 erteilt. Im Dezember 1968 erwarb MAN Turbo eine Fertigungslizenz für die PT6A-27, um das Triebwerk in Deutschland bauen zu können.

Das erste Produktionsmodell, die PT6A-6, hatte eine Leistung von 404 kW, während die aktuell leistungsstärkste Ausführung (PT6A-67F) bereits eine Wellenleistung von 1213 kW abgibt. Die Mean Time Between Overhaul liegt bei bis zu 6000 Betriebsstunden.

Die Besonderheit dieses Triebwerks ist der Lufteintritt an seinem hinteren Ende. Der Verdichter besteht aus drei axialen (bei PT6C und stärkeren PT6A Triebwerken vier) und einer Radialstufe. Die verdichtete Luft durchläuft dann eine im Querschnitt S-förmige Ringbrennkammer, in die durch 14 Düsen der Kraftstoff eingespritzt wird. Das Gas durchströmt anschließend eine einstufige Axialturbine, die den Verdichter antreibt sowie eine ein- oder zweistufige (bei Turboprops hoher Leistung) Axialturbine für die Wellenleistung. Das Gas tritt dann durch zwei vorne seitlich angebrachte Austrittstutzen ins Freie. Die Turbopropvariante PT6A verfügt über ein 2-stufiges Luftschraubengetriebe, während die Ausführungen für Hubschrauber mit einem einstufigen Untersetzungsgetriebe ausgeführt sind.

Die Version PT6T (militärische Bezeichnung: T400) ist ein Triebwerk, bei dem zwei, zum Teil verbesserte PT6A (z.B. bei PT6T-3 zwei PT6A-34) ein gemeinsames Getriebe auf eine Ausgangswelle arbeiten. Dieses Triebwerk lief im Juli 1968 erstmals und wurde ab April 1969 in einer Bell 212 erprobt. Sie werden in drei Baureihen PT6T-3, -6 und -9 die sich in der Ausgangsleistung unterscheiden produziert.

Die Version PT6B entstand auf Basis der PT6A durch Übernahme der Verbesserungen der PT6T Baureihe.

1966 entstand eine Variante der PT6 für den Antrieb des leichten Schnellzuges UAC TurboTrain in den USA. 1968 wurde mit Lockheed ein Vertrag über die Lieferung von 156 Hilfstriebwerken für die Lockheed L-1011 TriStar abgeschlossen. Diese Antriebe auf Basis der PT6 erhielten die Bezeichnung ST6 (Stationary Turbine).

Bei der Version PT6C verzichtete man auf das Untersetzungsgetriebe, so dass die Turbine die Abtriebswelle direkt antrieb. Die neuesten Version (z.B. PT6C-67 welches auf dem PT6A-67 beruht) werden über ein FADEC-System gesteuert. Es werden mindestens drei Varianten PT6C-67A, -67C und 67E produziert die sich in ihrer Ausgangsleistung unterscheiden.

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Pratt & Whitney Canada PT6 aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.